Camp - Handlungsrichtlinien
Lage „Grün“ — Stufe „Niedrig“
- Sensibilisierung der Teilnehmenden: Alle Leitungsmitglieder kennen die Verhaltensregel „Fliehen – Verstecken – Alarmieren“. Eine kurze, altersgerechte Instruktion erfolgt zu Lagerbeginn – ohne Panik zu erzeugen. Klare Botschaft: „Wenn es das Signal gibt, geht still in den Wald, bleibt bei eurer Gruppe, haltet euch bedeckt.“
- Lagerstruktur mit Fluchtwegen: Zelte und Aufenthaltsbereiche sind so platziert, dass von jedem Punkt im Lager mind. zwei Fluchtwege in den Wald schnell erreichbar sind (max. 50–80 m). Keine Sackgassen durch Zeltreihen oder Absperrungen.
- Wald als Rückzugsraum erkunden: Lagerleitung geht vorab den Weg in den Wald ab. Sammelstellen im Wald werden festgelegt und markiert (z.B. markanter Baum, kleine Lichtung im Waldinneren – mind. 200 m vom Lager entfernt). Weg dorthin wird mit allen Gruppenleitern begangen.
- Meldebereitschaft fördern: „See something, say something.“ Teilnehmende werden ermutigt, fremde Personen im Lagergelände oder auffällige Beobachtungen sofort der Lagerleitung zu melden.
- Gruppenstruktur für Notfall festlegen: Jede Gruppe hat einen festen Gruppenleiter und eine Stellvertretung. Die Gruppe weiss: „Bei Alarm bleibt die Gruppe zusammen, geht gemeinsam in den Wald.“ Gruppenstärke so wählen, dass sie in Stresssituationen überschaubar bleibt (max. 8–10 Personen).
Lage „Orange“ — Stufe „Erhöht“
- Zugriffskontrolle verschärfen: Lagergelände wird aktiv überwacht. Fremde Personen werden angesprochen und abgewiesen. Tore/Zugänge nachts gesichert. Leitungsmitglieder führen abends und nachts Kontrollgänge durch. Wachhabende/r übernimmt die erste Filterung.
- Fluchtprobe durchführen: Alle Gruppenleiter gehen mit ihren Gruppen den Fluchtweg in den Wald abweg. Sammelstellen werden aufgesucht und alle kennen den Weg aus dem Gedächtnis. Probelauf: vom Aufenthaltsbereich bis zur Sammelstelle im Wald – zeitgemessen (Ziel: unter 5 Minuten).
- Externe Aktivitäten prüfen und anpassen: Grossanlässe, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen werden gemieden oder mit erhöhter Betreuungsquote besucht. Alternativprogramme an weniger exponierten Orten werden vorbereitet.
- Versteckmöglichkeiten im Wald identifizieren: Jenseits der Sammelstellen werden im Wald „Versteckpositionen“ erkundet: dichtes Unterholz, Felsüberhänge, Geländemulden. Gruppenleiter kennen mind. zwei Positionen ihrer zugewiesenen Gruppe und bringen die Gruppe dorthin, wenn die Sammelstelle nicht sicher erreichbar ist.
- Alarmkette schärfen: Das vereinbarte Alarmsignal für „Fliehen und Verstecken“ wird allen nochmals eingeschärft. Reaktion: alle Teilnehmenden gehen sofort still in den Wald zu ihrer Sammelstelle, Gruppenleiter zählen nach, Handys auf lautlos, keine Lichter, keine Rufe. Eine Probealarmierung wird durchgeführt und ausgewertet.
Lage „Rot“ — Stufe „Sehr erhöht“ / akuter Anschlag
- Sofort fliehen und im Wald verstecken: Bei akuter Gefahr (Schüsse, Schreie, Alarm): Das Lagergelände sofort verlassen und sich in den Wald zurückziehen. Gruppen gehen gemeinsam zu ihren Sammelstellen. Beim Verstecken: Deckung hinter Bäumen und im Unterholz suchen, flach halten, nicht bewegen, lautlos bleiben. Handys auf lautlos schalten, Bildschirm dimmen. Nicht den Weg zurück zum Lager nehmen, solange keine Entwarnung durch die Polizei vorliegt.
- Alarmieren – 117: Sobald die Gruppe in Sicherheit ist und die Lage es zulässt: Polizei (117) anrufen. Melden: Was passiert, wo (Lageradresse / GPS-Koordinaten des Lagers), Anzahl Personen im Wald versteckt, Wahrnehmungen (Schüsse, Fremde, Fahrzeug). Danach Telefon auf lautlos lassen und Anweisungen der Polizei abwarten.
- Personenvollzähligkeit im Wald prüfen: Gruppenleiter zählen sofort nach Ankunft am Sammelplatz alle Gruppenmitglieder durch. Bei Vermissten: der Lagerleitung bzw. der Polizei am Telefon melden. Niemand geht zurück zum Lagergelände, um Vermisste zu suchen.
- Behördenanweisungen befolgen: AlertSwiss-Meldungen und Anweisungen der Polizei werden strikt befolgt. Bis zur offiziellen Entwarnung durch die Polizei bleiben alle im Wald versteckt. Niemand kehrt allein zum Lager zurück. Die Polizei wird die Evakuierung aus dem Wald koordinieren – Sammelstelle ausserhalb des Gefahrenbereichs wird von der Polizei bestimmt.
- Lagerabbruch vorbereiten und durchführen: Nach Entwarnung und Freigabe durch die Polizei wird das Lager vollständig abgebrochen. Transportmittel (Busse, private Fahrzeuge) werden organisiert. Eltern/Erziehungsberechtigte werden über die Situation informiert und zum Abholen angewiesen. Alternative Unterkunft an einem nicht gefährdeten Ort wird gesucht. Das Lagergelände wird erst nach Abschluss der polizeilichen Untersuchung wieder betreten.
Gefahren - Legende




