Lage „Grün“ — MeteoSchweiz-Stufe 1–2 (keine bis mässige Gefahr)

  1. Standort mit geringer Gefälle wählen: Zelte werden auf einem leicht erhöhten, ebenen Platz aufgestellt. Senken und Mulden werden konsequent vermieden (hier sammelt sich Wasser zuerst). Wenn möglich: kleines natürliches Gefälle in Richtung einer Drainage-Seite einplanen.
  2. Kleidung und Elektronik trocken lagern: Jeder Teilnehmer hat mindestens einen wasserdichten Plastiksack oder eine Dry Bag für wichtige Kleidung und Elektronik. Nasse Socken und Schuhe werden auf einem Gestell oder in der Zeltluftung getrocknet, nicht direkt auf dem Boden.
  3. Ablaufrinnen vorhalten: Spaten liegen griffbereit. Bei länger anhaltendem Regen können kleine Rinnen (5–10 cm tief) um die Zelte herum gescharrt werden, um Wasser wegzuleiten. Sandsäcke oder kleine Erdbündel dienen als temporäre Barrieren zur Umleitung.

Lage „Orange“ — MeteoSchweiz-Stufe 3–4 (erhebliche bis grosse Gefahr)

  1. Drainage-System um Zelte aktiv einsetzen: Kleine Rinnen (10–20 cm tief, 15 cm breit) werden um alle Zelte gescharrt. Wasser wird gezielt von den Zelten weg zu einem tieferen Ablauf oder einer Mulde geleitet. Sandsäcke werden strategisch platziert, um Wasserströme umzuverteilen.
  2. Zelte und Aufenthaltsbereiche abdichten: Alle Zelttüren werden geschlossen. Reißverschlüsse und Nähte mit Tape nachbearbeiten (bei Undichtigkeit). Essbereiche und Kochplätze werden unter zusätzliche Planen gelegt, die wie Dächer mit leichtem Gefälle montiert werden. Alle Lebensmittel werden in wasserdichte Behälter umgefüllt.
  3. Aufenthalt im Freien einschränken: Bei Stufe 4: Aktive Outdoor-Aktivitäten werden eingestellt. Teilnehmende halten sich in Zelten oder unter Überdachungen auf. Bei längeren Regenperioden: Programm in geschützte Bereiche (z.B. Gemeinschaftsunterkunft, Schutzhütte) verlegen oder Pause machen. Kinder werden nicht im nassen Gras oder in Pfützen spielen gelassen (Infektions- und Unterkühlungsgefahr).
  4. Elektronik und wichtige Dokumente schützen: Alle mobilen Geräte, Dokumente und Medikamente werden in wasserdichten Boxen oder mehrfach verschlossenen Plastiksäcken verstaut. Powerbanks und Ersatzbatterien werden trocken aufbewahrt. Bei Bedarf: feuchte Kleidung vor dem Einschalten von Geräten vollständig trocknen.
  5. Notfallplan bei Durchfeuchtung vorbereiten: Identifikation eines trockenen Ausweichortes (Gebäude, Schutzhütte, höher gelegener Standort im Wald). Transportmittel stehen bereit. Bei zunehmender Bodenfeuchte oder stehendem Wasser um die Zelte herum: Zelte abbauen und an den Ausweichort verlegen.

Lage „Rot“ — MeteoSchweiz-Stufe 5 (sehr grosse Gefahr / extreme Starkregen)

  1. Sofortige Verlegung auf höher gelegene Stelle: Das Lager wird sofort auf eine höhere Position verlegt (mindestens 2 m Höhengewinn). Senken, Mulden und Bachnähe werden sofort verlassen. Wenn keine Zeit für Abbau bleibt: Zelte stehen lassen, aber alle Personen verlassen den Bereich. Priorität ist Menschenleben, nicht Material.
  2. Gebäude oder feste Schutzräume aufsuchen: Alle Teilnehmenden begeben sich in ein massives Gebäude (Gemeindesaal, Stall, Schutzhütte). Wenn kein Gebäude verfügbar: felsige Bereiche ohne Hanggefahr suchen, von steilen Hängen fernbleiben (Erdrutschgefahr!). Nicht in Zelten bleiben, wenn Überflutungsgefahr besteht.
  3. Sturzflut-Gefahr bewusst sein: In Bachnähe oder in Talsohlen: sofortige Evakuierung. Sturzfluten können binnen Minuten entstehen, auch wenn es an der aktuellen Stelle nicht regnet (Wasser läuft aus dem Einzugsgebiet zu). Kein Verbleib am Wasserlauf.
  4. Personenzählung und Notfallbereitschaft: Vollzähligkeitskontrolle am sicheren Ort. Sanitätsverantwortliche*r bereit. Notruf 144 (Sanität) / 117 (Polizei) greifbar. Bei Ertrinken, Verletzungen durch umstürzende Bäume oder Erdrutsche: sofortiger Notruf, Erste Hilfe.
  5. Lagerabbruch oder Verschiebung: Nach Entwarnung durch MeteoSchweiz und Kontrolle des Geländes (kein Erdrutsch, keine Überflutungsreste): Lager weiterführen oder vollständig abbrechen und an sicheren Ort verlegen. Eltern/Erziehungsberechtigte informieren. Das Lagergelände wird erst wieder betreten, wenn die Böden trocken genug sind und keine weiteren Überflutungsgefahren bestehen.

Gefahrenstufen Regen

Regen ist die am häufigsten auftretende Form von flüssigem Niederschlag. Er entsteht dadurch, dass kleine schwebende Wolkentröpfchen zu grösseren Tropfen anwachsen und diese infolge der Schwerkraft auf die Erde fallen

Diese Warnungen werden in erster Linie für flächigen Niederschlag verwendet (im Sommer auch in Kombination mit Gewittern möglich). Nördlich und südlich der Alpen unterscheiden sich die Warnschwellen der gleichen Warnstufe.

Regenwarnungen werden in den Stufen 2 – 5 herausgegeben.

Das bedeutet Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr)

Bei bereits durchnässten Böden kann es zu einem raschen Anstieg des Wasserpegels in Gewässern kommen.

Verhaltensempfehlungen

  • Mögliche Hochwasserwarnungen des Bundesamtes für Umwelt BAFU beachten.
  • Abstand zu Gewässern und steilen Hängen halten.

Zusätzliche Informationen

  • Dauerregen Alpennordseite und Alpen: 30-50 mm/24h; 50-80 mm/48h; 60-100 mm/72h
  • Dauerregen Alpensüdseite und Simplon: 70-100 mm/24h; 100-130 mm/48h; 130-160 mm/72h
  • Dauerregen Verbano, Valle Maggia: 110-150 mm/24h; 150-200 mm/48h; 190-250 mm/72h

Das bedeutet Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr)

Der Wasserpegel von Gewässern kann rasch ansteigen. In steilen Hängen sind plötzliche Erdrutsche möglich. Lokale Überflutungen können auftreten, insbesondere in Unterführungen, Tiefgaragen oder Kellerräumen. In Bergregionen können entlang von Bachläufen plötzlich Murgänge entstehen. Verkehrswege können eingeschränkt sein – mit längeren Fahrzeiten und erhöhter Unfallgefahr ist zu  rechnen.

Verhaltensempfehlungen

  • Mögliche Hochwasserwarnungen des Bundesamtes für Umwelt BAFU beachten.
  • Sicherheitsabstand zu Gewässern und steilen Hängen halten.
  • Keller und Untergeschosse bei Überschwemmungsgefahr meiden
  • Bachläufe in den Bergen meiden – dort können plötzlich und ohne Vorwarnung Murgänge entstehen.

Zusätzliche Informationen

  • Dauerregen Alpennordseite und Alpen: 50-80 mm/24h, 80-110 mm/48h, 100-130 mm/72h
  • Dauerregen Alpensüdseite und Simplon: 100-130 mm/24h, 130-160 mm/48h, 160-200 mm/72h
  • Dauerregen Verbano, Valle Maggia: 150-200 mm/24h, 200-250 mm/48h, 250-300 mm/72h

Das bedeutet Gefahrenstufe 4 (grosse Gefahr)

Der Wasserpegel von Gewässern kann rasch stark ansteigen. In steilen Hängen sind plötzliche Erdrutsche möglich. Lokale Überflutungen können auftreten, insbesondere in Unterführungen, Tiefgaragen oder Kellerräumen. In Bergregionen können entlang von Bachläufen plötzlich Murgänge entstehen. Verkehrswege können eingeschränkt sein – mit längeren Fahrzeiten und erhöhter Unfallgefahr ist zu rechnen.

Verhaltensempfehlungen

  • Mögliche Hochwasserwarnungen des Bundesamtes für Umwelt BAFU beachten.
  • Sicherheitsabstand zu Gewässern und steilen Hängen halten.
  • Keller und Untergeschosse bei Überschwemmungsgefahr meiden
  • Bachläufe in den Bergen meiden – dort können plötzlich und ohne Vorwarnung Murgänge entstehen.

Zusätzliche Informationen

  • Dauerregen Alpennordseite und Alpen: 80-120 mm/24h, 110-150 mm/48h, 130-170 mm/72h
  • Dauerregen Alpensüdseite und Simplon: 130-160 mm/24h, 160-200 mm/48h, 200-240 mm/72h
  • Dauerregen Verbano, Valle Maggia: 200-250 mm/24h, 250-300 mm/48h, 300-350 mm/72h

Das bedeutet Gefahrenstufe 5 (sehr grosse Gefahr)

Der Wasserpegel von Gewässern kann rasch stark ansteigen. In steilen Hängen sind plötzliche Erdrutsche möglich. Lokale Überflutungen können auftreten, insbesondere in Unterführungen, Tiefgaragen oder Kellerräumen. In Bergregionen können entlang von Bachläufen plötzlich Murgänge entstehen. Verkehrswege können eingeschränkt sein – mit längeren Fahrzeiten und erhöhter Unfallgefahr ist zu rechnen.

Verhaltensempfehlungen

  • Mögliche Hochwasserwarnungen des Bundesamtes für Umwelt BAFU beachten.
  • Sicherheitsabstand zu Gewässern und steilen Hängen halten.
  • Keller und Untergeschosse bei Überschwemmungsgefahr meiden.
  • Bachläufe in den Bergen meiden – dort können plötzlich und ohne Vorwarnung Murgänge entstehen.

Zusätzliche Informationen

  • Dauerregen Alpennordseite und Alpen: >120 mm/24h, >150 mm/48h, >170 mm/72h
  • Dauerregen Alpensüdseite und Simplon: >160 mm/24h, >200 mm/48h, >240 mm/72h
  • Dauerregen Verbano, Valle Maggia: >250 mm/24h, >300 mm/48h, >350 mm/72h